Die DGS-Regionalgruppe Hannover auf der Maker Faire

 

Text: Achim Wildschütz, Braunschweig

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Die Maker Faire ist eine Messe für die ganze Familie, die Freude am Basteln, Bauen, Erfinden und Experimentieren hat. Hier finden sie Projekte von Bastlern, Vereinen, Organisationen, Firmen und Händlern, die kreative Produkte vorstellen. Die Exponate können angefasst, erprobt oder selbst montiert werden - eben eine Maker-Veranstaltung (siehe stereo journal 2/2019, Seite 21).
Die Maker Bewegung geht auf den US-Amerikaner Dale Dougherty mit dem von ihm 2005 gegründeten Maker Magazin zurück. Inzwischen gibt es in Deutschland viele Nachahmer dieser Ideen in Maker-Labs. Hier können in Werkstätten die eigenen Ideen umgesetzt werden. Ein Maker-Magazin gibt es auch schon.


Als uns angeboten wurde, uns auf der Maker Faire in Hannover als Stereo-Regionalgruppe aus Hannover auf einem eigenen Stand präsentieren zu können, haben wir unsere Stereokameras angeschaut und beschlossen, unsere „Bastelarbeiten“ und unsere Begeisterung für die Stereofotografie passen auf diese Messe. Gleich wurden Vorstellungen diskutiert, was man dort wie präsentieren könnte.
In unserer Regionalgruppe kristallisierte sich heraus, dass wir auf einem großen Stereo-Fernseher unsere Jahres-Themen als Diaschauen präsentieren werden. Dazu stellen wir als Beispiele für die Anaglyphentechnik zwei Bücher zu Hildesheim und Hamburg aus. Ein nostalgisches Stereoskop mit schwarz-weiß Karten soll die Anfänge der Stereoskopie veranschaulichen. Als ein Aspekt aus der Computertechnologie in der Stereoskopie wird die „3D-Videoaufzeichnung mit einer Web-Cam“ (stereo journal 1/2019 Seite 26 und Buch „3D Fotos und Videos“ - stereo journal 3/2018, Seite 32) vorgestellt. Dazu verschiedene Utensilien für die Betrachtung von Stereobildern auf dem Smartphone, aktuelle Stereoskope und natürlich Informationsmaterial über die Deutsche Gesellschaft für Stereoskopie. Darüber hinaus halten wir unsere eigenen Stereo-Kameras zur Anschauung der Erstellung unserer Fotos bereit.


Unser Stand war nahe am Halleneingang. So hatten wir gleich nach Messeöffnung die ersten Besucher, die interessiert unsere Exponate anschauten. Auf den Fernseher aufmerksam gemacht und mit einer Polbrille ausgestattet, staunten viele über die Qualität und den überraschenden Effekt – Oh - 3D! Das kannten viele, denn sie hatten es bereits in Kinofilmen gesehen. Sie waren jedoch verwundert über das ruhige klare Bild und dass wir uns unsere 3D-Schauen selber erstellen. Kopfschmerzen, die den Genuss mancher Kinofilme gelegentlich trüben, stellten sich bei uns nicht ein. Und so erhielten wir viel Lob und Anerkennung für unsere Diaschauen.


Interessant waren die Gespräche mit Standbesuchern, die vertieftes Interesse zeigten oder sich mit konkreten Fragen an uns wendeten. So stellte ein Student das Projekt seiner Abschlussarbeit vor, in der durch die Auswertung stereoskopischer Bilder Kollisionen vermieden werden sollen. Für alle Fälle hatten wir Unterlagen mit Fachartikeln dabei die den theoretischen Hintergrund darlegen. Wir konnten ihm hoffentlich den Weg zu einer guten Abschlussarbeit aufzeigen.
Ein interessanter Gesprächspartner war ein Architekt, der sich ehrenamtlich mit der Auswertung von durch den IS verursachten Schäden an den Kulturgütern in Syrien befasste und der sich über die Möglichkeiten und die technischen Hintergründe einer stereoskopischen Erfassung informierte. Einer Architektin schwebte vor, die Theaterkulissen stereoskopisch auf einen Hintergrund zu projizieren. Ein Besucher hat uns sein 360-Grad-Video mit seiner VR-Brille gezeigt und würde diese, nachdem er unsere Projektion gesehen hat, auch gern in 3-D verwirklichen.
Die Bücher in Anaglyphentechnik fanden ebenfalls viel Interesse - bei Jüngeren aus Neugier, bei den Älteren aus nostalgischen Gründen. Gut, dass die Autoren am Stand waren. So erhielten die Interessenten noch viele Hintergrundinformationen.


Unsere Kameras fanden viel Interesse und die selbst gebauten Stereogespanne auch Bewunderung. Die Halterungen für die Betrachtung von Side-by-Side-Bildern auf dem Smartphone fanden ebenfalls Beachtung. Nett fand ich die Erläuterung einiger Eltern an ihre Kinder zu dem historischen Stereoskop „Schau, so haben Opa und Oma Stereo geguckt“.
Viele Fotointeressierte haben sich nach der Technik und den Geräten erkundigt. Viele aus Neugier und nicht wenige aus Interesse die Technik selbst anwenden zu wollen. Bleibt abzuwarten, ob sie wie angedeutet auch auf unseren Treffen erscheinen werden.


Einen Rundgang über die Messe haben wir uns natürlich auch gegönnt. Mir fiel gleich auf, es gab viele Stände mit Mitmachprojekten, besonders für Kinder und Jugendliche. Ebenso gab es Maker-Stände aus verschieden Regionen,  von Vereinen, Herstellern, Händlern und Verlagen. Bewundernswert was alles aufgeboten wurde. 3D-Drucker und Lasercutter in den verschiedensten Ausführungen in Aktion. Lange Tischreihen mit Lötkolben und anderen Utensilien, um kleine elektronische Schaltungen zusammen zu bauen, meist mit bunten blinkenden LEDs. Ach - LEDs, da muss ich einflechten, wir haben uns alle ein programmierbares Leuchtband mit dem Slogan: „Erlebe Tiefe im Raumbild-Foto in 3D“ angesteckt.
An weiteren Tischen wurden kleine Roboter, fahrende Vehikel und fantasievolle Gebilde programmiert und in Aktion versetzt, an anderen mechanische Teile zu kleinen Objekten montiert. Firmen und Händler zeigten auf unterschiedlichste Weise ihre Produkte für Tüftler, Bastler und Modellbauer.
In anderen Bereichen der Halle konnten kreative Kinder aus Holzteilen Fantasiegebilde erstellen oder mit LEGO-Steinen ihren Vorstellungen freien Lauf lassen. In den Messefluren zeigten ferngesteuerte oder autonome Roboter ihre Fähigkeiten. Als Feen, Kobolde und Fantasiegebilde verkleidete Personen zeigten sich regelmäßig an den Ständen und sorgten für Abwechslung. Eine sympathische grüne Fee fand unsere 3D-Fotos so interessant, dass sie sich sehr gerne Zeit für ein kleines Fotoshooting genommen hat.
Dem Zeitgeist entsprechend wurden Elektro-Skooter vorgestellt. Wie man an einigen Ständen erfahren konnte, waren es Selbstbau-Projekte von Maker-Labs oder Jugendgruppen verschiedener Organisationen. Also insgesamt ein unglaublich vielfältiges und buntes Angebot an Aktionen.


Für mich ein Highlight war der Stand einer Firma, die elektrisch koppelbare Kameramodule herstellt, die in der Lage sind, alle Funktionen synchron auszuführen. Ein echtes Hightech-Gerät mit einem sicher angemessenen aber leider eben auch einem „Highend-Price“. Träumen erlaubt! Nach dem informativen Gespräch mit dem Firmenvertreter kam dieser auch zu uns an den Stand, um sich unsere Exponate anzuschauen.

Erst am Sonntag, gegen Ende der Messe, ebbte der Besucherstrom ab und es wurde ruhiger. So hatten wir noch ein wenig Zeit uns entspannt über unsere vielfältigen Kontakte und Neuigkeiten auszutauschen.


Unser Maker-Faire-Team ist sich einig in der Einschätzung, dass die Messeteilnahme eine sehr erfolgreiche Präsentation der Aktivitäten unserer Regionalgruppe war. Wo sonst hat man so viel interessiertes, neues und vor allem auch junges Publikum auf einer Veranstaltung?
Insgesamt waren 1.200 Aussteller und 17.500 Besucher auf der Veranstaltung vertreten. Damit waren auch die Veranstalter sehr zufrieden und freuen sich auf die Fortsetzung am 12. Und 13. September 2020. Sollten wir die Chance bekommen, werden wir wieder auf der Maker Faire ausstellen. Vielleicht werden wir das eine oder andere modifizieren und neue Ideen verwirklichen, aber dabei sein muss man nach diesem Zuspruch auf jeden Fall.


Ein schöner Rückblick auf einige Aussteller und ihre Aktionen kann unter folgendem Link aufgerufen werden:

https://maker-faire.de/news/2019/08/rueckblick-maker-faire-hannover-bei-youtube/

 

HMF19

Einige Bilder Maker Faire 2019

 

Das Team der RG Hannover auf der Maker Faire: von links nach rechts Günter Pomaska, Dietmar Rimkus, Hannes Wirth, Peter Schnehagen, Andreas Grohe, Achim Wildschütz 
 
Schon notiert? 12. Und 13. September 2020 !