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Die Geschichte der Regionalgruppe Hannover in der Deutschen Gesellschaft für Stereoskopie e. V.
von Martin Schlüter

1974 beschlossen in Hannover fünf DGS-Mitglieder, sich in regelmäßigen Abständen zu treffen.

 

Die zunächst namenlose Gruppe wurde 1983, als die DGS in ihrer Satzung die Grundlagen für die Bildung von Gruppen geschaffen hatte, zur Ortsgruppe Hannover ernannt. 1996 erfolgte, einer DGS-Satzungsänderung geschuldet, die Umbenennung in Regionalgruppe Hannover.
Die Regionalgruppe Hannover veranstaltet jährlich etwa sechs Treffen. Bei den rund 80 Personen, die eingeladen werden, handelt es sich nicht nur um DGS-Mitglieder sondern auch um nicht vereinsgebundene Stereoskopiker.

 

Die Teilnehmer der Gruppentreffen kommen nicht nur aus Hannover und dem Umkreis von Hannover, sondern, wie es ja auch durch die weiträumige Besiedlung in den Bundesländern im Norden Deutschlands gar nicht anders sein könnte, aus einem Umfeld, das sich bis auf die Regionen um Bremen, Magdeburg, Kassel und Bielefeld herum erstreckt.

 

Die Zahl der Teilnehmer an den Treffen ist, was uns sehr freut, über mehr als dreißig Jahre nahezu konstant geblieben. Zwischen 15 und 30 Personen dürfen wir jeweils begrüßen.

 

Die Programmpunkte, die in den Einladungen der in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführten Treffen zu finden sind, widerspiegeln den Wandel, den die Stereoskopie in dieser Zeit vollzogen hat. Früher wurden vorwiegend Einzelbilder und kleinere Bildserien auf der Leinwand gezeigt, heutzutage werden fast nur noch komplette, meist vertonte Lichtbildvorträge dargeboten. Früher wurden meist im Selbstbau entstandene Geräte vorgestellt, heutzutage sind es meist käuflich erworbene Geräte. Das Projizieren der Stereobilder erfolgte in den frühen Jahren der Gruppe mit einem von der DGS geliehenen, aus England stammenden HAWK-Schieber-Diaprojektor, später dann mit privaten Diaprojektoren. Seit einigen Jahren kommen auch private Datenprojektoren zum Einsatz.

 

Das außergewöhnlichste Selbstbaugerät, das jemals auf unseren Treffen zu sehen war, ist sicherlich das von Herr Kahmann erstellte "Klapperbrillensystem". Herr Kahmann hatte zwei Projektoren ohne Polarisationsfilter, einen Synchronisationsapparat und eine kabelgebundene, elektromechanische Verschlußbrille zu einem perfekt funktionierenden Wiedergabesystem vereinigt. Im Stereo-Journal 83, 1/2007, ist das System unter dem Titel ‚Die Kultmaschine‘ ausführlich beschrieben.

 

Dasjenige Selbstbaugerät jedoch, das bei uns in Hannover in all den Jahren, die hinter uns liegen, am stärksten Furore gemacht hat, ist das von Herrn Mannott entwickelte Schieber-Justiergerät. Dieses Gerät macht das Justieren von Diapositiven zu einer wahren Freude. Drei gruppeneigene Geräte stehen bis heute zur Ausleihung bereit. Übrigens benutzten laut Umfrage in 1999 etwa 2/3 unserer Mitglieder 5x5-Bonum-Rahmen und etwa 1/3 der Mitglieder 101x41-RBT-Rahmen.

 

Man gelangt nur dann zu einem natürlich wirkenden Raumbild, wenn das verwendete Stereofoto-Aufnahme-Wiedergabe-System ganz bestimmte Anforderungen erfüllt. Immer dann, wenn ein Stereoskopie-Neuling zu uns kommt, werden ihm, damit er nicht allzu viele Fehler beim Kauf von Geräten macht, die an die Bildaufnahme, Bildbearbeitung und Bildwiedergabe zu stellenden Anforderungen vorgestellt und Experimente zur Verdeutlichung von deren Notwendigkeit durchgeführt. Das gesamte Grundlagenwissen zur Stereoskopie haben wir in einer aus sechs Heften bestehenden Heftreihe zusammengefaßt (siehe Stereo-Journal 82, 4/2006, Das Fachbuch).

 

Unsere Treffen finden in unregelmäßigen Abständen im Freizeitheim Hannover-Ricklingen, Ricklinger Stadtweg 1, immer sonnabends um 14 Uhr statt. Bei Bedarf wird vor den Treffen von 10 – 13 Uhr in Seminarform ein bestimmtes Stereoskopie-Thema abgehandelt. In 2008 und 2009 beispielsweise befaßten wir uns, wie könnte es in diesen Zeiten auch anders sein, mit der Einarbeitung in die Stereofoto-Aufnahme, -Bearbeitung und -Wiedergabe im Zeitalter der Digitaltechnik.

 

Die Regionalgruppe Hannover besteht aus einer, wenn das vielleicht auch ein Widerspruch in sich ist, verschworenen Gemeinschaft individuell denkender Stereoskopiker. Ausführliche Fachdiskussionen und urteilbildende Experimente auf den Treffen sowie zahlreiche Veröffentlichungen im Stereo-Journal zeugen davon.